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Griechenland 2007 Teil 2

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Mein Monstrum, mein Zelt und ich


Rucksacktour durch Griechenland
15.05. - 14.06.2007

Mo. 28.05.2007

Schon um kurz nach Sieben riss mich der Wecker aus meinen Träumen. Ich machte mich fertig, packte alles und stand noch vor 08.30 Uhr am "KTEL". Für 35 € kaufte ich mir eine Fahrkarte mit Sitzplatznummer drauf. Zusammen mit einer Finnin, die nicht wusste, welches ihr Bus nach Athen war, fragten wir uns durch. Statt auf Platz 32 setzte ich mich auf 31, denn dies war ein Fensterplatz. Das stellte sich als gute Idee heraus, denn dort konnte man gemütlicher schlafen und - all die sieben langen Fahrtstunden lang - mehr von der Landschaft sehen. Eine einzige zehnminütige Pause gab es, dann ging es gleich weiter.
Das "KTEL" in Thessaloniki sagte mir so gar nicht zu. Alles war riesig und ich hatte keine Ahnung ob es irgendwo in der Nähe einen Campingplatz gab. Ich erkundigte mich nach dem nächsten Bus in Richtung Alexandroupolis. Die Antwort erleichterte mir die Entscheidung ob ich bleiben oder weiterziehen sollte ungemein. In nur einer Stunde fuhr ein Bus bis nach Alexandroupolis. Er kostete 25 €. Gleich Ticket gekauft und erst mal was gegessen, denn schließlich war es mittlerweile 16.00 Uhr und ich hatte nicht einmal gefrühstückt.
Von 17.00 bis um 21.15 Uhr fuhr ich nach Alexandroupolis. Kurz vor der Stadt sah ich mich immer wieder nach Campingplätzen um, konnte aber nichts entdecken. Angekommen fragte ich mich herum, bis mir jemand erzählte, dass ganz in der Nähe ein Campingplatz sei, ich müsse nur zurück zur Hauptstraße gehen und dann immer geradeaus. Nun ja, so hat es in Preveza schließlich auch geklappt und eine andere Möglichkeit hatte ich schließlich nicht. Als besagte Hauptstraße sich teilte, fragte ich ein Pärchen nach dem richtigen Weg. Die beiden kamen aus Deutschland, wohnten aber in Griechenland und kannten sich sehr gut aus. Sie erklärten mir, dass ich einfach geradeaus gehen musste, dann käme ein Park, ein paar Tennisplätze, eine Brücke, ein paar Tankstellen und dann wäre ich auch schon da. Genauso war es auch.
Die Leute an der Rezeption waren sehr nett, sie gaben mir einige Prospekte und einen Stadtplan mit und sagten, ich könne mein Zelt aufstellen wo ich wolle. Das tat ich auch, ging noch schnell zum Meer und dann "ins Bett".


Di. 29.05.2007

Der Campingplatz war toll, die Leute an der Rezeption waren sehr freundlich, die Toiletten mit Papier, es gab Licht, warmes Wasser und jeden Morgen wurden die Waschräume sauber gemacht. Ein Luxus, den ich sehr zu schätzen wusste. Ich hatte so einiges zu erledigen an diesem Tag: Auf dem Weg zum Hafen der Stadt war ich noch im Internetcafe, dort habe ich nach dem Weg zur Post gefragt, denn dort musste ich 1,5 Kilo "überflüssiges" Gepäck nach Hause schicken, das ich nicht mehr mit mir herumschleppen wollte (der zweite Pulli, die lange Jeans, das Fernglas, das T-Shirt mit Ärmeln uvm.) um 13 € und 1,5 Kilo leichter weitergezogen. Auf der Suche nach neuen Flip Flops im Supermarkt Pause gemacht und zwei Tütennudelfertiggerichte gekauft, dann am Fischmarkt vorbei, die Hauptstraße entlang, in eine Parallelstraße eingebogen, dort tatsächlich Flip Flops für 1,50 € gefunden, eine ganz miese Karte der Umgebung gekauft, das "KTEL" gefunden, nach einem Bus zum Evros-Delta gefragt, zum Stadtbusbahnhof am Bahnhof geschickt worden, diesen vergeblich gesucht aber nicht gefunden und um 16.00 Uhr dann beschlossen, meinen nüchternen Magen vielleicht doch endlich zu füllen. Habe mich also auf den Heimweg begeben, allerdings nicht an der Straße entlang, sondern am Strand. Was taucht plötzlich vor mir auf? Ein Fluss! Na klar, wenn ich an der Straße auch über eine Brücke gehe, musste auch hier irgendwo ein Fluss sein. Er war aber nur Knöcheltief und etwa zwei Meter breit, also zog ich meine Wanderschuhe aus und lief hindurch. Auf der anderen Seite Stand ein Typ, der mich mit Handkuss begrüßte. Er erzählte mir irgendetwas und als er merkte dass ich ihn nicht verstand, versuchte er es mit Handzeichen: "Du" - "ich" - "ficken?"
Murmelte ihm empört irgendetwas zu und trampelte wutentbrannt weg, in der Hoffnung dass er mir nicht folgen würde, direkt in die Arme des deutsch-griechischen Pärchens von gestern Abend. Solch ein Zufall.
"Zu Hause" habe ich mir schnell was gekocht und mit den Nachbarn über die Möglichkeiten zum Evros-Delta zu gelangen gesprochen. Später bin ich also wieder zum Bahnhof gegangen und habe dort nach einem Zug in die Richtung gefragt. Nein, einen Zug gäbe es nicht, aber ich solle es doch mal an der Bushaltestelle direkt gegenüber fragen. Tja, das hatte ich ja bereits am Nachmittag erfolglos getan, doch siehe da - direkt gegenüber befand sich ein etwa 4 x 2 Meter kleines Büro, welches sich Busstation schimpfte und wohl als Auskunft für die Stadtbusse fungierte. Dieses Büro war aber dummerweise bereits geschlossen.
Anschließend bin ich wieder zurück nach Hause gegangen, dort Rob und Anneke, ein holländisches Frührentnerehepaar kennen gelernt und mit ihnen bis morgens um 02.00 Uhr Tee und Bier getrunken und geredet.


Mi. 30.05.2007

Morgens hatte ich all meine Sachen zusammengepackt, denn vom Evros-Delta aus wollte ich direkt weiter bis zum Dadia-Wald hoch laufen, immer am Evros, dem Grenzfluss zwischen der Türkei und Griechenland, entlang.
Auf dem Weg zum "Bus-Büro" kam mir ein alter Mann entgegen, der mehr Goldzähne als normale im Mund hatte. Er sagte irgendwas auf griechisch, soweit ich es verstanden habe sollte das bedeuten er habe Geld und was zu essen und deshalb solle ich doch mit zu ihm nach Hause kommen und dort schlafen, ich solle mir keine Gedanken machen, schließlich habe er ja wie gesagt viel Geld.
Pfui!
Um 11.15 Uhr kam ich am "Bus-Büro" an und erfuhr dort, dass der nächste Bus um 12.15 Uhr fuhr. Ließ also mein Monstrum da und machte erstmal Brotzeit. Mit Taschenmesser, Salami und einem riesigen Brötchen hantierte ich auf einer Parkbank herum und zog so - auch ganz ohne großen Rucksack auf dem Rücken - alle Blicke auf mich.
Nach unzähligen Spaziergängen holte ich mein Monstrum wieder ab, ging zu einem der unzähligen Kioske an der Straße und kaufte mir dort ein Busticket. Im Warteraum unterhielt ich mich auf Französisch mit einer sehr netten alten Frau, von der ich zum Abschied auch noch abgeknutscht wurde. Die griechischen älteren Frauen sind klasse, ganz im Gegensatz zu den Männern.
Ich musste genau zu "Traianoupolis Lutera Kentro Liroforis" (Lautsprache), fragte beim erstbesten Bus nach und stieg ein. Mit meinem Monstrum stand ich natürlich allen im Weg. Wir fuhren immer weiter gen Osten, da bog der Bus plötzlich links ab und fuhr durch irgendwelche Dörfer! Er füllte sich immer weiter, bis außer mir nur noch ein paar andere Leute drin saßen. Eine Frau schein meine Aufregung zu bemerken und fragte wo ich denn hin müsse. "Traianoupolis Lutera Kentro Liroforis", kam es wie aus der Pistole geschossen, denn ich hatte meinen Spruch aufgeschrieben und mittlerweile auswendig gelernt. Da müsse ich mir keine Gedanken machen, sagte sie, dann wäre ich schon im richtigen Bus. Sie müsse dort auch raus und würde mir schon die richtige Stelle zeigen. Wirkliche Bushaltestellen gab es ohnehin nicht, das "Bus hält"-Schild leuchtete ständig auf (ja, es stand da wirklich in Deutsch, denn das war einer der vielen in Deutschlang ausrangierten Busse) und der Bus hielt wo es ihm eben passte.
Die Frau stieg aus und zeigte mir den Weg zum Info-Center. Dort war nicht viel los, im Nebenraum lief ein griechischer Film über die Gegend und sonst gab es nur eine Menge Informationstafeln, die ich mir ansah. Irgendwann kam jemand und fragte, ob er mir helfen könne. Ja, ich wolle schließlich ins Delta, sagte ich. Er sagte dass gleich eine geführte Tour von 1 1/2 Stunden Dauer startete, die erst mit dem Bus und dann bei gutem Wetter auch mit dem Boot durchs Delta führe. Die Tour sei auf Griechisch, der Führer spräche aber auch Englisch und für 10 € sei ich dabei. Brachte meinen Rucksack in ein Zimmer und stieg ein.
Der Führer erzählte immer ein paar Minuten etwas auf Griechisch und fügte anschließend auf Englisch hinzu: "Oh, da drüben auf der rechten Seite haben wir noch einen sehr seltenen Vogel." Dann sprach er weiter auf Griechisch. Die Bootstour wurde bei strahlendem Sonnenschein und Windstille "wegen des Wetters" abgesagt und als Ersatz durften wir alle mal durch ein Teleskop gucken. Na super. Das Evros-Delta war berühmt für vielerlei verschiedener Vögel, im Winter sollen dort massenhaft Flamingos sein. An diesem Tag haben wir vielleicht zehn Vögel gesehen. Wir fuhren zurück zum Center, wo sie den langweiligen Film, den es vorher auf Griechisch gab noch einmal für mich allein auf Englisch zeigten. Für die 10 € wollte ich das wenigstens noch drin haben. Dann schulterte ich mein Monstrum und lief weiter gen Osten. Nach nur einem Kilometer bemerkte ich, dass ich meine Karte auch gleich hätte wegschmeißen können, denn all die kleinen Straßen die von der großen Bundesstraße abgingen waren dort nicht eingezeichnet und einige Wege die eingezeichnet waren, gab es nicht. Das bedeutete also, dass ich den ganzen Weg (und das hätte einige Tagesmärsche bedeutet) an der Bundesstraße hätte entlang laufen müssen. Mir wurden im Center noch Horrorstorys über Türken erzählt, die des Nachts gerne herumschleichen (es kommt allem Anschein nach nur darauf an, an welcher Grenze man sich gerade befindet) und laut Karte gab es im Landesinneren keinerlei Campingplätze. Nach nur einem Kilometer hatte ich mein Vorhaben, mehrere Tage lang an einer Bundesstraße entlang zu wandern, aufgegeben und drehte um. 23 Kilometer hatte ich jetzt vor mir. Die Lauferei machte nicht so viel Spaß. Die Sonne knallte und binnen kürzester Zeit war ich nassgeschwitzt. Ich hatte allem Anschein nach meinen Rucksack schief gepackt, denn ich hatte auf dem linken Bein viel mehr Gewicht, als auf dem rechten. Nach zwei Kilometern war die Motivation zu Ende. Nach sechs konnte ich nicht mehr. Ich hatte - es war bereits 16.00 Uhr - seit dem Brötchen am Morgen nichts mehr gegessen und brüllte all die Idioten an, die mich - nachdem sie extrem laut gehupt hatten - auf der riesigen Straße, auf dessen Seitenstreifen ich ging, im Affenzahn fast überfuhren. Ich fragte mich, ob die kleinen Jungs es schon in der Schule beigebracht bekämen, Mädels generell immer anzuhupen oder zu pfeifen und wenn sie blond sind, die Finger erst von der Hupe zu nehmen, sobald das Mädel am Horizont verschwunden ist. Ich musste ständig über totgefahrene Tiere steigen, darunter (vermutlich, man konnte es nicht mehr so gut erkennen) eine Katze, die über und über mit Maden bedeckt war, die ihr in erster Linie aus Mund und Augen krochen. Musste fast kotzen. Meine Laune war nach etwa sieben Kilometern auf dem Absoluten Tiefpunkt, da hielt tatsächlich jemand an und fragte, ob ich nach Alexandroupolis wolle. Da ich noch etwa sechzehn Kilometer vor mir hatte, stieg ich gerne ein. Der Fahrer sprach nur etwa drei bis vier Worte Englisch, deshalb rief er einen Freund an, der angeblich Deutsch sprach und für ihn übersetzen sollte. Hat aber nicht so gut geklappt. Irgendwann kamen wir an der Hauptstraße an und ich wusste endlich wo wir waren und wo wir hinmussten, da bog er plötzlich rechts in eine Nebenstraße ab und hielt bei einem anderen Mann auf einem Schotterplatz. Ich verfluchte meine Dummheit einfach aus Erschöpfung bei einem fremden Mann einzusteigen und überlegte mir, dass ich im Falle eines Falles noch nicht einmal hätte weglaufen können, da mein Rucksack noch bei ihm im Kofferraum war.
Zu meinem Glück stellte sich aber bald raus, dass der andere Mann nur der Dolmetscher vom Telefon war, der für den anderen Typen herausfinden sollte, wo ich eigentlich hin wolle. Erleichtert seufzte ich auf und zeigte auf dem Stadtplan den Campingplatz an. Nachdem ich den Jungs zu verstehen gegeben hatte, dass ich wirklich absolut keine Zeit für einen Kaffee jetzt oder ein Bier später hätte, da ich ganz dringend mit all meinen Freunden und meinem "boyfriend" auf dem Campingplatz verabredet war und am nächsten Tag schon sehr früh weiterzöge, ließen mich die beiden in Ruhe und der eine fuhr mich weiter. Ich muss beim Rucksack abschnallen auch noch meinen Schrittzähler verloren haben, doch das kümmerte mich nicht mehr so sehr. Ich trottete zu einem neuen Stehplatz, machte mir was zu essen, baute mein Zelt wieder auf und machte mich anschließend auf die Suche nach einer Bäckerei, die ich aber nicht fand und nach dem Internetcafe. Dort sah ich mich vor Frust nach Heimflügen um. Ich fand einige von Thessaloniki nach Deutschland für 50 € und einen für 20 €. Genau dieser flog bis nach Bremen, also quasi fast bis vor meine Haustür. Na was will man mehr? Habe gleich zugeschlagen. Am 14.06. sollte es also in Richtung Heimat gehen.
Von jetzt an wollte ich meine Tagestouren sorgfältiger durchplanen, was sich aber aus Mangel an vernünftigem Kartenmaterial, Fußwegen und Campingplätzen als schwierig bis unmöglich ergab.
Als gegen Mitternacht schon die ersten gruseligen Gestalten draußen herumliefen, trat ich sicherheitshalber doch den Heimweg an.
Nach diesem miesen Tag gab es wenigstens doch zwei gute Dinge: Ich hatte einen günstigen Heimflug gefunden und ich hatte völlig vergessen die 10 € für die Führung zu zahlen.

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Im Evros-Delta bei Alexandroupolis. Im Winter soll hier alles proppevoll mit Vögeln sein, als ich da war, waren dort nicht mehr, als zu Hause ...
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... aber wenigstens war die Landschaft schön..

Do. 31.05.2007

An diesem Morgen bin ich noch schnell zu Rob und Anneke, um ihnen mitzuteilen, dass ich wieder da bin, aber am nächsten Tag nach Kavala aufbrechen würde. Natürlich haben wir uns wieder festgequatscht und bei leckerem Frühstück und Tee saßen wir noch bis um 14.00 Uhr da. Wie die Zeit vergeht! Anschließend habe ich schnell meine Wäsche gemacht und bin in die Stadt gegangen, um herauszufinden, wie die Busse nach Kavala fahren. Da ich gerade meine Wäsche gemacht hatte, blieb mir nichts anderes übrig, als mit den gammeligen Hotpants in die Stadt zu gehen. Das hätte ich besser nicht getan. Die Griechinnen laufen immer top gestylt herum. So wie die sich für den Alltag fertig machen, gehe ich nicht mal in die Disco! Sie tragen immer lange Röhrenjeans mit High Heels oder Ballerinas, für mehr Volumen hochtoupierte Haare, diese schrecklichen Pullis, die nur aus Ärmeln bestehen, und haben dazu stets lackierte Fuß- und Fingernägel und tonnenweise Schminke im Gesicht. Dann komme ich daher: schlabberige Hotpants, auf deren Rückseite "Las Vegas" steht, leicht kaputte Stricktasche aus Peru, Flip Flops für 1,50 €, was man ihnen auch ansieht, ein geflochtener Zopf, keinerlei Schminke aber dafür umso mehr Dreck in den Klamotten, denn wenn ich wasche, dann in erster Linie um den Gestank raus zu bekommen, die Sauberkeit ist da nicht so wichtig. An diesem Tag haben mich nicht nur die Männer doof angeguckt, sondern auch die Frauen. Ich habe mich sehr geschämt. Trotzdem hatte ich einige Dinge zu erledigen, also blieb ich. Die Busse nach Kavala fuhren um 05.15 Uhr, 08.00 Uhr, 11.00 Uhr, 14.00 Uhr, 15.45 Uhr, 18.30 Uhr und 22.00 Uhr, so wurde mir am "KTEL" gesagt. Dann habe ich mir eine Telefonkarte gekauft, meinen Plan umgetauscht (und zwar an einem ganz anderen Laden, weil der erste geschlossen hatte), dafür sogar noch das Geld zurück bekommen, mich nach (unglaublich hässlichen) Postkarten umgeguckt, dann aber doch keine gekauft, Bier und Brot gekauft und wieder "nach Hause".
Dort habe ich die Schuhe ausgezogen und hatte einen schrumpelig nassen Fuß und einen trockenen. Ja, solche Dinge können geplatzte und suppende Blasen anstellen. Nachdem wir auf Annekes und Robs Grundstück die erste (und einzige) lebendige Schlange entdeckt hatten, luden die beiden mich noch zum Fisch essen ein. Es war sehr angenehm mal nicht allein in die Stadt zu gehen, denn so waren wir diejenigen, die vom Rand aus die Leute auf der Straße anglotzen konnten und nicht umgekehrt. Anschließend saßen wir wieder bei Bier und Tee bei ihnen. Hatte sehr viel Spaß und war froh endlich mal wirklich sympathische Reisegefährten gefunden zu haben.
Die beiden waren schon mehrmals zum Trekking in Nepal, ein anderer Nachbar, Volker war mit dem Rucksack in Alaska unterwegs, Barbara und Dieter (beider etwa Annekes und Robs Alter) waren mit dem Zelt in Südafrika unterwegs und sogar Gudrun, die immer Lippenstift und Bürste bei sich hat und auspendelt, ob an ihrem Bett eine Wasserader liegt ist schon mit Bussen alleine quer durch Bolivien gefahren. Ich hatte also noch viel vor mir, aber noch nicht viel zu erzählen.


Fr. 01.06.2007

Ich verabschiedete mich von Rob und Anneke und ging wieder zum "KTEL", um den 11.00 Uhr Bus zu bekommen. Dort traf ich auf Emile und Fiona, zwei Rucksacktouristen aus Neuseeland. Leider wollten die beiden weiter bis nach Thessaloniki. In Kavala wurde ich von einem Busbahnhof zum anderen geschickt. Man sagte mir, ich solle nach Batis fahren. Ob "Batis" eine Straße, ein Stadtteil oder ein eigenes Dorf war, wusste ich nicht, aber da die Busfahrkarte nur 1,20 € kostete konnte es nicht allzu weit weg sein. Direkt an der "Haltestelle", einem Stückchen Platz zwischen einer Felswand und einer stark befahrenen Straße, war der Campingplatz. Ich musste zwar 10 € pro Nacht zahlen, aber dafür gab es sogar einen Pool. Der Platz war recht extravagant, es gab viele, viele Liegestühle und Sonnenschirme an Meer und Pool, große schattige Stellplätze, warmes Wasser, Trinkwasserstellen, einen Mini-mini-mini-Markt und zwei Poolbars, aus denen bis tief in die Nacht laute Musik knallte. Der Strand war zu etwa 80 % mit Männern bevölkert und sehr voll, so legte ich mich lieber an den Pool, schwamm ein paar Runden und arbeitete anschließend schlafenderweise 1 1/2 Stunden lang an meiner Bräune. Auf dem Weg zurück zum Zelt, sah ich eine Frau mit einem Hund, der mich sehr an Tobias erinnerte. Tatsächlich, das war Anneke, die mit ihrem Hund Tobias spazieren ging! Die Beiden mussten am Morgen noch zur Werkstatt und wussten nicht, ob sie überhaupt noch vor dem Wochenende weg kämen. Dann wollten sie eigentlich wo anders hin, aber dort war der Campingplatz geschlossen, so sind sie - nachdem ich ihnen eine sms geschrieben hatte, wo ich sei - auch hier her gekommen. Ich wollte die beiden zu Nudeln einladen, doch bevor ich überhaupt anfangen konnte zu kochen, kam der Junge vorbei, den ich zwei Tage zuvor in Alexandroupolis habe abfahren sehen. Der "Junge" hieß Song Man und war schon 27. Er kam aus Korea und ist in nur einem Jahr von dort aus quer durch Asien, also riesige Berge, gefährliche Länder, heiße Gegenden und vieles mehr mit dem Fahrrad gefahren (Seine Homepage, und alle unglaublich tollen Fotos sind unter "Links" verlinkt). Schließlich kochte Anneke für uns alle, ihre Makkaroni und Gemüse mit meinen Ringnudeln und der Napoli-Sauce. Bei Bier und Tee haben die anderen drei den ganzen Abend über Nepal und Tibet philosophiert. Bin neidisch geworden, möchte da auch gerne mal hin.
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Start in Alexandroupolis, auf nach Kavala! Ich schleppe Massenweise Kram mit mir rum
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Bei Kavala am Campingplatz
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Sung Man, Anneke und Rob entwerfen eine Reiseroute durch Italien und Frankreich für Sung Man. Rob hat etwa acht Karten der verschiedensten Ausschnitte und Gegenden übereinander ausgebreitet.


Sa. 02.06.2007

Am Morgen haben wir noch Anneke und Rob Tschüß gesagt, danach sind Sung Man und ich in die Stadt gelaufen, um ein Internetcafe zu finden. Er hatte zwar nur noch zwei Monate Zeit, um nach Portugal zu kommen, doch er brauchte auch hin und wieder einen Ruhetag zum Entspannen und fürs Internet, denn er schrieb ein Buch über seine Reise.
Nach dem Internet ist Sung Man wieder zurück zum Campingplatz und ich habe einen Stadtbummel gemacht. Vom äußersten Westen der Stadt, wo der Campingplatz lag, lief ich bis in den Osten, zum Hafen und der Altstadt. Auf dem unglaublich gut ausgeschilderten Weg hoch zur Burg (das ist in Griechenland wirklich nichts selbstverständliches) bog ich rechts in eine kleine Gasse ein, die mir sehr gefiel. Ich lief den steilen Weg immer weiter entlang, bis dieser zu Ende war, dann hatte ich eine tolle Aussicht über die ganze Stadt. Da entdeckte ich ein paar Treppenstufen, lief die hoch, dann ein wenig durchs Gebüsch, ein paar weitere Stufen und dann stand ich auf einer Mauer. Von dort aus war der Ausblick sogar noch besser.
Dann all die Stufen und Gassen wieder runter und andere Gassen hoch bis zur Burgruine. Ein bisschen Kultur muss ja schließlich auch sein. Die 1,50 € Eintritt haben sich für die Burg selbst nicht unbedingt gelohnt, für den phänomenalen Ausblick aber schon.
Auf dem Rückweg habe ich sogar aus Zufall noch die Tourist-Information entdeckt. Dort hätte ich für 3 € einen Stadtplan kaufen können. Dann habe ich die öffentlichen Pläne lieber abfotografiert. Wenn man sich diese dann nah heranzoomt, kann man genauso gut herausfinden wo man ist und wo man hin will.
Nach sieben Stunden war ich wieder zurück, machte mir etwas zu essen, kaufte zwei Bier (5,70 €!!) und ging mit Sung Man Fotos gucken. Er hatte im Internetcafe sehr über meine Amerika Fotos gestaunt, aber nachdem ich seine Bilder angesehen habe, wusste ich, dass das nur aus Höflichkeit war. Wahnsinn. Er hat einen guten Grund, alleine für die Kamera 2,9 Kilo mit sich herumzuschleppen. Er erzählte Storys von Hunden, die ihn verfolgten, Schwulen, die ihn nicht in Ruhe ließen, Dieben, die ihn ausrauben wollten, unerträglich heißen Temperaturen, hohen Bergen und sehr gefährlichen Ländern, nicht zu vergessen von einem Autounfall, in den auch er verwickelt wurde. Ich kam mir sehr langweilig vor mit meinem popeligen Abenteuer.

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In Kavala, was genau das ist, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht.
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Eine der hübschen kleinen Gassen
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Der Blick runter auf die Stadt, man siehr genau auf das Aquädukt
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Und jetzt von ganz oben aus, ich stehe auf einer Mauer, die aussieht wie die Burgmauer und kann nach überall weit blicken. Ein Traum!
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Die Burgruine (ein bisschen Kultur muss ja sein ), aber auch von hier aus hat man einen tollen Blick. Da hat sich der Weg nach oben gelohnt!
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Blick auf die Altstadt mit seinen wilden Gebäuden. Am meisten fasziniert hat mich das weiße, dreieckige Haus.

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Der Blick über die Stadt.


So. 03.06.2007

Um 09.00 Uhr bin ich gestartet, zu Fuß in Richtung Westen. War noch früher fertig als Sung Man, von dem ich dachte, ihn auf der Straße wieder zu treffen, da auch er in Richtung Westen fuhr. Bis zum nächsten Dorf hatte ich nur zwei Huper und einen Lichthuper, das war doch schon ein gutes Zeichen. Ich war noch immer nicht gut in Form und machte etwa alle 30 Minuten eine kleine Pause. Im zweiten Dorf gab es sogar ein Internetcafe, dort habe ich Pause gemacht und mich mit dem Besitzer unterhalten, der mir von einem Campingplatz in Nea Peramos, noch ein Dorf weiter, erzählte. Dort solle ich nach Amolofous fragen. Ob das noch ein anderes Dorf oder der Name des Platzes war wusste ich nicht. Nach etwa 18 Kilometern war ich tatsächlich in Nea Peramos angekommen. Wegen Rücken- und Nackenkrämpfen machte ich erstmal Pause und beschloss, meinen Rucksack nie wieder aufzusetzen. Ich fragte Nikos, einen Mopedfahrer nach dem Campingplatz und dieser brachte mich spontan hin. Hätte noch eine ganz schöne Strecke vor mir gehabt. Natürlich musste er noch meine Nummer haben, nur falls ich noch irgendwelche Probleme haben sollte.
Der Campingplatz war eine einzige Bruchbude und niemand sprach mehr als drei Worte Englisch. Ich baute mein erst mal lieber noch nicht auf, denn ich wollte mich noch nach anderen Möglichkeiten umsehen. Der Strand war, wie es Sonntags üblich zu sein schien, voll. Habe mir aus Frust eine Dose Eistee an der Strandbar geholt, wo ich nach einem anderen Campingplatz fragen wollte. Die blöde Dose hat mich nochmal 3,50 € gekostet (eine 0,33 Liter-Dose mit stinknormalem Eistee, kein Wodka drin, keine vergoldete Dose oder so...) und andere Campingplätze gäbe es nicht. Laufen hätte ich - dank Krämpfen in Rücken und Nacken - eh nicht mehr können. Blieb also da. Es gab 2 Drüberstelltoiletten, die echt ekelig waren (und ich war auf dem Hurricane, ich weiß, was widerliche Toiletten sind ), angeblich gab es auch 2 Duschen, aber die habe ich mir gar nicht erst angesehen. Außer mir waren nur noch griechische Dauercamper da, die im Laufe des Abends verschwunden sind. Drei Männer haben für mich versucht herauszufinden, wie ich am besten mit dem Bus bis nach Thessaloniki kommen könnte, denn bis zum nächsten Campingplatz waren es noch einige Tagesreisen gewesen. So beschloss ich noch an diesem Tag, direkt nach Thessaloniki zu fahren und von dort aus nach Litohoro, denn dort gab es - laut Karte - viele Campingplätze und so war ich nicht auf einen bestimmten angewiesen. Sie versicherten mir, ich müsse nach Kavala zurückfahren und dann dort in einen Bus nach Thessaloniki fahren. Von Nea Peramos gäbe es keine Verbindung. Nikos, der - warum auch immer - noch mal kurz vorbei kam sagte mir aber, er hätte seinen Zweitwohnsitz in Thessaloniki und wüsste sicher, dass es doch einen Bus von Nea Peramos gäbe. Ich solle einfach in einem Supermarkt nachfragen.
Ich beschloss, mich den nächsten Tag darum zu kümmern und baute - wider Willen - mein Zelt auf. Der Abzocker von Besitzer wollte auch noch 10 € haben. Da ließ er sich nicht von abkriegen. Als am Abend alle Dauercamper weg waren, war ich mit dem Besitzer allein. Wir versuchten uns zu unterhalten, was aber schwierig war, da er nicht mehr Englisch sprach als ich Griechisch. Er gab mir allerdings Bier aus, aber da ich wusste, dass ich einen harten Tag hinter mir hatte, beschloss ich nach einem Liter Feierabend zu machen, denn ich wusste nicht wie schnell ich betrunken werden würde. Alleine mit diesem Mann in der Pampa wo einen niemand hören oder sehen könnte wollte ich dann doch lieber nüchtern sein. Er fragte noch, wann ich am nächsten Morgen aufstehen und losziehen wollte, versprach, dann auch da zu sein und ging dann auch nach Hause. Puh!
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Der Blick zurück zum Campingplatz Batis Beach mit seiner gepflegten Strandanlage voller Liegestühle und Sonnenschirme.

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Nea Iraklitsa, zwischen Kavala und Nea Peramos
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Ebenfalls irgendwo hier. Wenn man Auto fährt, verpasst man das Beste, zu Fuß sieht man alles ... ist aber allabendlich reichlich erschöpft
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Es ist so schön, wenn mal nicht alles voller Menschen ist.


Mo. 04.06.2007

Um Punkt 09.00 Uhr war ich startbereit, es war zwar schon heiß, aber ich wusste, dass es im Laufe des Tages noch heißer werden würde, also wollte ich so früh wie möglich los. Als um 09.15 Uhr immer noch niemand da war, erinnerte ich mich daran, was Gudrun über Südländer und Pünktlichkeit sagte. Sie könnte ja Recht haben und er käme tatsächlich erst um 13.00 Uhr. Beschloss mich auf die Socken zu machen. Ich schrieb einen Zettel (Danke auf Griechisch mit Griechischen Buchstaben!!), nahm die 10 € und klemmte das ganze unter einen Aschenbecher. Wollte ursprünglich nur 5 € hinlegen, aber hatte zum einen keine 5 € klein und zum anderen hätte ich mich nicht getraut, was, wenn der Besitzer mir ein paar Meter vor dem Campingplatz begegnet wäre?
Wollte mich aus dem Staub machen, da bemerkte ich, dass es gar keinen Weg gab. Ich war eingeschlossen!
Da ich startklar war, ließ ich mich auch von dem Zaun, der ein bisschen größer als ich selbst war, nicht hindern. Ich hievte mein Monstrum über den Zaun, was sich als keine allzu leichte Aufgabe herausstellte, kletterte anschließend selbst drüber und war frei.
Auf dem ganzen Weg zurück nach Nea Peramos kam er mir nicht entgegen, ich hätte also noch lange warten können. Dort angekommen bin ich in den erstbesten Supermarkt geflitzt. Das war ausgerechnet der, in dem Yannis arbeitete! Nikos und ich hatten am Vortag noch an einem Supermarkt halt gemacht, in dem ein Deutscher arbeitete. Genau das war der besagte Supermarkt. Yannis war sehr nett, ich kaufte mir mein Frühstück ein, und aß, rauchte und trank es bei ihm im Laden. Er tat es genauso. Er erklärte mir, wann und wo ich den Bus nehmen könne und ein süßes, kleines, stilles Etwas, das aussah wie höchstens siebzehn, aber etwa mein Alter und gerade fertig mit der Bundeswehr war, bot an, mich zur Haltestelle zu fahren. Das kam mir natürlich gelegen. Er half mir, das Ticket zu kaufen, schleppte meinen Rucksack bis zur Haltestelle und ließ mich dann da. Wären bloß alle griechischen Männer so. Nach ca einer halben Stunde kam auch der Bus und ich bekam den letzten Sitzplatz.
In Thessaloniki fuhr in nur einer halben Stunde der nächste Bus nach Litohoro, den ich gleich nahm. Kurz vor Litohoro stieg ich aus, denn wir entfernten uns von der Küste und fuhren in Richtung Stadt.
Lief voller Motivation an einem doofen Campingplatz vorbei, in der Hoffnung noch einen besseren zu finden und nach etwa 50 Metern stand ich beim "Mitikas" vor der Tür. Der Besitzer sprach sogar Englisch. Es gab Trinkwasser, einen Pool, eine Bar, einen Supermarkt, und der Platz war nur 100 Meter vom Strand entfernt. Dummerweise waren die Duschen kalt, die Toiletten nicht so schön und ohne Licht und der Platz war direkt an Autobahn und Bahnlinie gelegen.
Die 6 € pro Nacht sind absolut in Ordnung, schon alleine den Blick auf den Olymp, das Bergmassiv der Götter mit dem größten Gipfel Griechenlands (2917 Meter) war es wert. Mit zwei Tomaten, einer kleinen Dose Pilzen, ein paar Oliven und vielen Nudeln zauberte ich mir ein leckeres Gericht. Na gut, es schmeckte nur nach Oliven und die waren nicht so lecker. Aber immerhin stillte es den Hunger und nach all der Schnibbelei und nachdem ich zwei Töpfe und eine Pfanne eingesaut hatte, musste ich es auch essen.
Bin dann auch recht früh "ins Bett" gegangen.
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Mein "Dinner". Immer dabei waren das Taschenmesser, der Spiritus, die alte Wasserflasche aus Korfu, die mittlerweile etwa tausend Mal aufgefüllt wurde, mein Fotodöschen mit Salz und das Feierabendbierchen.

Campingplatz "Mitikas": www.campingmitikas.com/German%20ver/Introduction.htm


Di. 05.06.2007

Gegen Mitternacht fing es an zu regnen und hörte nicht wieder auf. Das Vorzelt verwandelte sich schnell in eine einzige große Pfütze und ich musste alles was ich hatte ins Innenzelt mitnehmen. CHAOS! Alles lag kreuz und quer und war klamm bis klitschnass. Der Rucksack lag auf dem ohnehin schon klitschnassen Handtuch und ich saß mittendrin und langweilte mich. In jeder kleinen Regenpause bin ich rausgegangen, habe eine Telefonzelle gesucht, Geschirr abgewaschen, gepinkelt, was auch immer mir gerade einfiel, und immer wenn ich wieder zurück wollte, regnete es bereits wieder in Strömen. Habe vor lauter Hüttenkoller angefangen, mir eigene Regeln auszudenken, um mit meinem UNO-Spiel, das ich glücklicherweise nicht nach Hause geschickt hatte, Solitär mit mir selbst zu spielen. Ich musste schon mein dreckiges T-Shirt als Handtuch für die Füße benutzen, denn das richtige Handtuch war unter dem noch nasseren Rucksack und ich musste jedes mal, wenn ich wieder zurück zum Zelt lief, durch reißende Ströme sprinten.
Abends bin ich in einer winzigen Regenpause noch einkaufen gegangen. Kaufte eine Gurke, zwei Tomaten, einen Feta und einen Spülschwamm, denn ich hatte es satt, immer den Dreck von den Töpfen mit dem Fingernagel abkratzen zu müssen. So bastelte ich mir meinen eigenen griechischen Salat ohne Olivenöl. Hat trotzdem geschmeckt.
ein BildRegen, Regen, Regen ... ein trostloser Anblick


Mi. 06.06.2007

Der Regen hörte im Laufe der Nacht endlich wieder auf, aber es blieb sehr kühl. Ich hatte nur noch sehr wenige zumindest halb trockene Klamotten und fror ohne meinen Pulli, den ich, weil er noch so nass war, in der Nacht schon nicht als Kopfkissen zweckentfremden konnte. Ich fuhr zusammen mit Claire und Michelle, den beiden Engländern, die vom überfluteten Zelt in einen Bungalow geflüchtet sind, hoch nach Litohoro. Dort musste ich zu aller erst ins Internet. Entdeckte dort einen Artikel von zwei nicht-Bergsteigern, die in den Olymp geklettert sind. Bekam große Augen und rief spontan bei der Berghütte, bei der man übernachten kann, an. Mir wurde gesagt, dass ich auch ohne Erfahrung den Aufstieg wagen könne. Ich würde von Litohoro zur Hütte etwa acht Stunden brauchen und könne mir oben wenn nötig dickere Klamotten leihen. Es schien also kein Problem zu sein. Noch am Abend zahlte ich beim Campingplatz und machte mit dem Besitzer aus, dass ich ein paar Sachen wie das Zelt, den Kocher und überflüssiges Gepäck hier lassen würde und dann ich zwei bis drei Tagen wieder käme.
ein BildZwischen dem Campingplatz und Litohoro hat man einen tollen Blick in die Berge ...
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... zumindest wenn es mal nicht ganz so neblig ist.


Do. 07.06.2007

Um 07.30 bin ich aus den Federn gesprungen und schnell zur Wäscheleine geflitzt. Natürlich waren die aufgehängten Sachen noch nicht trocken. Also habe ich mir Zeit gelassen, das Zelt in Ruhe abgebaut und erst mal schön gefrühstückt. Um 09.15 Uhr waren die Sachen immer noch nicht völlig trocken, aber das war mir egal, denn die Busse kamen immer nur um halb und auf den 10.30 Uhr Bus wollte ich nun wirklich nicht warten. Also habe ich in aller Eile meine Sachen gepackt bzw. in den Abstellraum gestellt und bin zum Bus gerannt. Dort bin ich schnell mit Annette und Stephan, zwei Gästen aus dem benachbarten Hotel ins Gespräch gekommen.
Die beiden wollten ebenfalls den Europawanderweg E4 hoch, also liefen wir zusammen. Von Litohoro nach Prionia (wem das mit all den Ortsnamen zu kompliziert wird: ich habe weiter unten eine Art Skizze aufgemalt), dem letzten Stückchen im Gebirge das man mit dem Auto erreichen konnte, waren es 900 Meter Höhenunterschied. Es ging auch gleich gut bergan. Nach nur 30 Minuten war ich durchgeschwitzt. Parallel zum Wanderweg ging auch noch die Straße hoch, der Wanderweg war jedoch kürzer und viel, viel schöner. Nachdem wir so einige Höhenmeter geschafft hatten, ging es plötzlich bergab und all die Meter die wir uns hochgequält hatten hüpften wir leichtfüßig in kurzer Zeit wieder hinab. Na toll. Dann ging es bis ganz unten zu dem Fluss, den wir zuvor von ganz oben kaum noch erkennen konnten und per Brücke über den Fluss hinüber. Schnell im Fluss die Wasserflasche aufgefüllt (sehr kühl und lecker) und weiter bergauf ... das Spiel wiederholte sich unzählige Male. Immer wenn man dachte jetzt sei man doch schon so unglaublich weit oben, nun könne es doch wirklich nicht wieder runter gehen, ging es doch tatsächlich wieder runter. Wir waren komplett durchgeschwitzt, da fing es auch noch an, zu regnen. Der Weg wurde rutschig und matschig. Annette und Stephan, die eigentlich nur einen kleinen Ausflug machen wollten, beschlossen jetzt, da sie schon so weit gekommen waren, nicht mehr zurück zu laufen, sondern bis zu dem Kloster, das zwischen Litohoro und Prionia lag, durchzuhalten. Die Prozedur zog sich über Stunden hin, bis wir an einer winzigen Kapelle unter einem Felsen ankamen. Das sollte besagtes Kloster sein?

Die Straße, auf der sich die Beiden ein Taxi nehmen wollten war aber auch nicht in Sicht, also mussten sie wohl oder übel mit weiter hoch kommen. Irgendwann kam dann ein Schild: Monastery: right - Prionia: straight. Na also! Hier lief ich alleine weiter. Nach sechs langen und anstrengenden Stunden war ich dann auch in Prionia angekommen. Das "Dorf", wie ich dachte, bestand aus einer Taverne, einer Info-Tafel und einigen Mauleseln und Pferden. Man konnte hier also doch nicht übernachten, das wäre nämlich meine Notlösung gewesen. Hier traf ich auch wieder auf die drei Serben, im folgenden Ivan (der einzige Name, den ich mir merken konnte), der Alte und der Schnelle genannt. Nachdem ich lange, lange belabert wurde, nippte ich an dem seltsamen serbischen Schnaps des Alten und zog mit den Dreien, von denen nur Ivan halbwegs gut Englisch sprach, weiter Richtung A-Hütte, oder auch Refugee A. Ich quälte mich immer weiter hoch, denn runter konnte ich ja nun nicht mehr. Der Alte und der Schnelle flitzten leichtfüßig hinauf, während ich Flachlandbewohner alle paar Minuten stehen bleiben und Luft holen musste.
In all der Langsamkeit überholte ich sogar noch Viktor, einen Bulgaren mit dem ich etwa eine Stunde vor der Hütte zusammen Pause machte. Ivan kam erst lange nach mir an. Hätte nicht gedacht, dass jemand noch langsamer geht als ich. Nach zehn langen, langen Stunden kam ich klitschnass von Regen und Schweiß, durchgefroren und hungrig am Refugee A an. Ich schmiss meinen Kram ins Zimmer und holte mir etwas zu futtern. Die Wanderschuhe musste ich gleich am Eingang gegen Hüttenschuhe tauschen, denn Wanderschuhe waren überall innen verboten. Dementsprechend sauber war es natürlich auch überall. Dann setzte ich mich an den Kamin im Gemeinschaftszimmer und trocknete die nassen Sachen so gut es ging. Um 22.00 Uhr, nachdem ich viele, viele Leute aus aller Herren Länder kennen gelernt hatte, wurden alle Lichter ausgemacht und Ruhe war angesagt. Im Zimmer war es nicht wärmer, als draußen. Ich hängte meine Stink-Socken aus dem Fenster und kroch in den Schlafsack. Wegen heftigster Schmerzen in den Beinen, Kälteattacken und Bewegungsunfreiheit im geschlossenen und oben gegen die Kälte zugeschnürten Schlafsack war an vernünftigen Schlaf nicht zu denken.

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Eine der Karten, auf der man nicht viel erkennen kann ...

ein Bild... ... und noch so eine.

ein BildAuf dem schönen Waldweg durch den Canyon von Litohoro nach Prionia

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Es gab viele kleine Wasserfällchen, einige größere Wasserfälle und einige Stromschnellen ...
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... aber das Wasser war ein toller Anblick. ein Bild

 

Der Weg durch den Wald, mal ging es natürliche Stufen hinauf, mal gebaute und mal gar keine.
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Die kleine Kapelle Agio Spilaio, von der wir fälschlicherweise angenommen hatten, sie wäre bereits das Kloster.
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Und immer weiter in Richtung Prionia.
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Das Wasser war eiskalt, gut zum trinken und ansehen, aber reinfallen wollte ich nicht.
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Hier unten ist noch alles so schön grün.
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Aber schon bald wechselte der Laub- in einen Nadelwald.
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Ich lief in Richtung Schnee.
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Der Weg wurde felsiger, schwieriger und steiler.
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Ganz, ganz da vorne sieht man Litohoro, das ist der Ausblick von Refugee A.
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Ich habe es tatsächlich an einem Tag auf 2100 Meter Höhe geschafft!


Fr. 08.06.2007

Der geplante Ruhetag fiel aus, nachdem um 09.00 Uhr alle anderen losgezogen waren und ich allein zu sein schien. Putzte mir in dem wahrscheinlich kältesten noch flüssigen Wasser die Zähne, beschloss, mit dem Duschen zu warten bis ich wieder unten war und wusch mir nur ganz vorsichtig durchs Gesicht. Mit der morgendlichen Prozedur fertig sah ich mich um, aber erblickte sonst niemanden. Alleine wollte ich nun auch nicht bleiben. Was soll's, Wanderschuhe angezogen, Schmerzen ignoriert, Rucksack aufgeschnallt und los ging es in Richtung Gipfel. schon bald merkte ich, dass ich besser unten geblieben wäre. Jeder Schritt war eine Qual und ich fragte mich, wie ich denn auf die hirnrissige Idee gekommen sein konnte, allein und ohne jede Erfahrung einen knappen 3000er hoch zu laufen. Wegen des dichten Nebels konnte ich nichts sehen und hatte keine Ahnung, ob ich erst einen Bruchteil des Weges geschafft hatte, oder ob ich schon fast da war. Wegen des Nebels sah man entgegenkommende Leute erst, wenn sie direkt vor einem standen. Man konnte sie aber schon vorher hören. Alle paar Meter pausierte ich kurz zum Luft holen und kämpfte mit mir selbst. Sollte ich umdrehen oder nicht? Mein Ego gewann gegen meinen Körper und Verstand und ich lief weiter, schließlich hatte ich den ganzen Tag Zeit. Nach 2 1/2 Stunden war ich endlich auf dem Skala angekommen. Elena und Alexandra, zwei Rumänen machten auch dort Pause, da sie auf den Rest ihrer Gruppen warteten, da machte ich doch gleich mit. Ich fror wie verrückt und war froh, dass Alexandra mehr als fünf Jacken an hatte, von denen sie eine entbehren konnte. Auch darüber dass sie einen Kocher, einen Becher, sowie Tee und Honig dabei hatte war ich froh, denn ich konnte meine Finger vor Kälte kaum noch bewegen. So steckte ich sie dann unter meine Arme und holte sie nur zum fotografieren, rauchen und Tee trinken oben am Halsausschnitt raus. Da fing es ein bisschen an zu regnen. Aus den bisschen Regen entwickelte sich schon schnell eine miese Mischung aus Schnee, Hagel, Graupel und Regen. Na toll. Es war nur noch ein Katzensprung bis zum Skolio und ich war auch wieder voller Motivation, aber das war es mir nicht wert. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn ich dort allein von einem Gewitter überrascht würde, oder einen ohnehin schon gefährlichen, aber jetzt auch noch glatten Geröllhang heruntergerutscht wäre. Ich schiss auf die 45 Meter mehr oder weniger und lief mit den Rumänen (die inzwischen angekommen waren) wieder zur Hütte runter. Aber Schnee? Im Juni? In Griechenland?? Ich hatte mit vielem gerechnet, aber damit nicht. Für die gleiche Strecke brauchte ich bergab nur 1 1/4 Stunden statt 2 1/2. Dann haben wir mein riesiges Stück Brot und deren riesige Auswahl an Aufschnitt zusammengeworfen und Brotzeit gemacht. Anschließend wollten die anderen wieder runter bis nach Prionia, wo ihr Auto stand. Er sei (für den Weg, für den ich hoch ganze vier Stunden gebraucht hatte) nur eine Stunde zu laufen und sie könnten mich von Prionia aus mit dem Auto mitnehmen, sagten sie. Naja, alles ist besser, als noch eine Nacht ohne Schlaf hier oben und wenn es doch nur so kurz ist..? Also habe ich schnell meine Sachen gepackt und ab ging die Post. Okay, es waren 2 Stunden, aber damit wieder nur halb so lang wie der Hinweg. Bergab gehen ist sehr angenehm, vor allem wenn einem ständig schwitzende Leute entgegenkommen, die einen sehr an sich selbst vor nur 24 Stunden erinnern . Auf dem Campingplatz habe ich schnell einen riesigen Haufen Nudeln gekocht und dann all den Schlaf nachgeholt, der mir fehlte.

Da ich keine Karte habe, die das vernünftig anzeigt, habe ich eine kleine "Skizze" gemalt.
Erster Tag: Bus nach Litohoro, Laufen von Litohoro bis Refugee A
Zweiter Tag: Laufen bis zu Skala, dann zurück bis nach Prionia, dann mitgenommen worden bis zum Campingplatz

 


 

 

O Skolio (2911 m.)
} -> 45 m. Unterschied
O Skala (2866 m.)
} -> 766 m. Unterschied
O Refugee A (2100 m.)
} -> 900 m. Unterschied
O Prionia (1200 m.)
} -> 900 m. Unterschied
O Litohoro (300 m.)
} -> 300 m. Unterschied
O Campingplatz Mitikas (0 m.)

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Es ging die ganze Zeit den Europafernwanderweg E4 entlang.
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Ein kurzer Augenblick ohne Nebel muss natürlich gleich für ein Foto ausgenutzt werden.
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Zwei geliehene Jacken, eine geliegene Weste, die Hände unter den Armen, um sie zu wärmen und mit von Regen und Schnee nasser Hose auf dem Skala angekommen. Es ist sehr, sehr, sehr kalt

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Auf dem Rückweg, es sieht aus wie eine unwirkliche Traumlandschaft.

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Ich laufe mit halb kurzer Hose und ohne Handschuhe oder Mütze den E4 entlang. Aber auf dem Abstieg ist alles wieder gut

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Das Refugee A von oben.
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Die lustige rumänische Gruppe, teilweise (unvorstellbar!!) in kurzer Hose unterwegs!


Sa. 09.06.2007

Schmerz!
Konnte vor Muskelkater nur noch winzige Schritte machen, an Treppen mochte ich nicht einmal denken. Habe morgens erst mal die Wäsche gemacht, danach noch nach Litohoro ins Internet. Anschließend ging es an den Strand zum Gammeln. Danach - endlich - geduscht. Das tat so gut!
Eigentlich wollte ich schon heute weiterziehen aber an größere Strecken zu Fuß mochte ich nicht einmal denken. So war eben noch ein Tag Pause angesagt. Ich lieh mir vom Supermarkt, dem ich in letzter Zeit eine gute Kundin war, eine genauere Karte von der Umgebung und zeichnete sie ab. So konnte ich mir die 6 € sparen, die ich dafür hätte blechen müssen.


So. 10.06.2007

Das Laufen ging wieder. Nicht dass ich keine Schmerzen mehr gehabt hätte, aber ich konnte immerhin wieder einen Fuß vor den anderen setzen. Um 11.00 Uhr ging es auch endlich los. Ich lief die kleine Küstenstraße weiter hoch. Der Weg war sehr schön er ging vorbei an kleinen Flüssen und Tümpeln. Beim erstbesten Campingplatz fragte ich nach dem Preis für eine Nacht. Sie wollten 8 €. Ich ließ meinen Rucksack dort und sah mich nach den anderen Campingplätzen um. Camping Stani, Camping Stolo, Camping Macedonia Beach, Camping Nireas, Camping Elisabeth und Camping Variko Beach waren aneinander gestapelt. Auf den Plätzen wurde ich immer über den ganzen Platz gescheucht, bis jemand gefunden wurde, der Englisch sprach. Einen Platz hatte ich auf 6 € runtergelabert, aber ich machte mich weiter auf die Suche. In meinem Campingführer waren alle ähnlich gut eingestuft, außer Macedonia Beach, der sollte ganz mies sein, deshalb wollte ich ihn überspringen. Als ich gerade daran vorbei lief, winkte mir von innen etwas entgegen. Ich dachte mir dass Fragen ja nichts kostete und ging rein. Die beiden winkenden Hände gehörten Luise und Karolin, zwei Bio-Studium-Absolventinnen, die gerade am Anfang ihrer Reise waren. Nikos, der Besitzer versicherte mir (auf Englisch!!), dass wir uns wegen des Geldes schon irgendwie einigen würden. Mir waren die drei - im Gegensatz zu allen anderen an diesem Tag - sehr sympathisch, also blieb ich. Luise fuhr mich zurück zu Variko Beach, um meinen Rucksack zu holen, dann meldete sie auch mich zum Abendessen bei Larissa, Nikos ukrainischer Freundin die nur Russisch und ein paar Worte Griechisch sprach, an und wir drei gingen zusammen an den Strand. Wie es eben an Sonntagen üblich ist, war dieser recht gut gefüllt, es war zwar nichts im Gegensatz zu dem vor Preveza, in Kavala oder bei dem Gammel-Campingplatz bei Nea Peramos, aber dafür dass wir uns in einem winzigen Dorf befanden war es schon recht voll.
Um 19.00 Uhr gab es dann Abendessen. Die Mädels hatten mich schon vor den riesigen Portionen gewarnt, aber da ich mit der Zeit gelernt hatte "auf Vorrat" zu essen, fiel es mir nicht schwer, in kürzester Zeit alles in mich hinein zu schlingen. Da Larissa am Vortag erfahren hatte, dass die beiden Mädels lesbisch waren, und ihr das gar nicht zu passen schein, wurden für den Abend noch Nikos Kinder und deren Cousin, alle etwa unser Alter, eingeladen. Dimitris, der Sohn, war bereits nach dem zweiten Bacardi-Cola sternhagelvoll und auch Sakis, der Cousin, startete mehrere ganz, ganz miese Anmachversuche. Er dachte sich einen Spruch oder eine Frage aus und fragte eine von uns. Als das Gespräch zu Ende war, tat er das Gleiche mit der nächsten. Dimitris schnappte sich Elenis altes Handy und zeigte auf diesem ein altes schwarz-weiß-Nokia-Herz. "I give you my heart" sagte er. Ich schaffte es nicht, mir das Lachen zu verkneifen. Das gleiche Spiel versuchte er nochmal mit einer Rose und einem Geschenk - aber auch da hatte er nicht mehr Erfolg. Der Wein wurde nachgeschenkt, sobald man nur mal schnell daran genippt hatte. Es war ein lustiger Abend und ich verstand mich gut mit allen.
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Auf dem Weg nach Variko
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Eins der vielen Bächlein
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Der Esel graste ohne Zaun oder Fessel. Ihm ging es gut und er lief nicht weg.
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Luise, Karolin, Nikos (Besitzer), Costas(war jeden Abend da, wahrscheinlich ein Freund oder Bekannter), Sakis (Cousin der Kinder), Eleni (Tochter), Dimitris (Sohn) und Stamatia (Mutter der Kinder und Ex-Frau von Nikos)






Die letzten Kommentare zu dieser Seite:
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